Exkurs
DJK-Sportverband
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden die Arbeitsmöglichkeiten wie die aller Verbände und Vereine schnell und deutlich eingeschränkt. Im Sommer 1934 musste die DJK um ihren Reichsführer Adalbert Probst trauern, der im Zusammenhang des sogenannten Röhm-Putsches von Nationalsozialisten ermordet worden war. Nur ein Jahr später, im Juli 1935, wurden den katholischen Verbänden per Erlass des Reichsinnenministers alle sportlichen Aktivitäten untersagt und die DJK verboten. Damit war das Jugendhaus Düsseldorf vier Jahre vor seiner Schließung 1939 nur noch Sitz der Zentrale des KJMVD.Bundeshaus des Zentralverbandes der Jungfrauenvereinigungen
Nur wenige hundert Meter vom Jugendhaus Düsseldorf entfernt war das Bundeshaus des Zentralverbandes der Jungfrauenvereinigungen. Damit waren die beiden größten deutschen Jugendverbände mit je einer knappen Million Mitgliedern Nachbarn. Zwar galten für den Zentralverband die gesetzlichen Regelungen ebenso wie für alle anderen Jugendverbände, doch waren die Mitglieder nicht in gleichem Maße betroffen wie die des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD). Dies lag daran, dass die Ausrichtung der Verbandsarbeit gemäß des Rollenbildes der Zeit nicht politisch war. Die Mädchen und jungen Frauen wurden vor allem auf ihre Aufgaben als Frau und Mutter vorbereitet, die im Zentrum einer christlichen Familie stand. Zwar verlor der Verband auch die unverheiratete, berufstätige junge Frau nicht aus dem Blick, doch wie sehr der Fokus auf Ehe und Familie lag, zeigt die enge Verbindung zum Mütterverein. Er war nicht nur im gleichen Haus untergebracht, sondern der Generalpräses des Zentralverbandes, Hermann Klens, war auch Präses der Müttervereine.
Das Bundeshaus des Zentralverbandes wurde wenige Monate nach dem Jugendhaus am 3. Juli 1939 geschlossen. Jugendpastorale Mädchenarbeit war nunmehr nur noch im Rahmen der Pfarrei gemäß den kirchlichen Richtlinien für die Jugendseelsorge möglich.[1] Hermann Klens übernahm gemeinsam mit Ludwig Wolker und Pater Ludwig Esch SJ die Aufgabe, Kurse abzuhalten und die neuen Richtlinien zu erläutern. Der Schwerpunkt lag dabei selbstverständlich auf der Mädchenarbeit.[1] Richtlinien für die Jugendseelsorge










