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Exkurs

DJK-Sportverband

Eng verbunden mit dem Katholischen Jungmännerverband Deutschlands (KJMVD) und dem Jugendhaus Düsseldorf war der DJK-Sportverband (DJK). Nachdem erste Wander- und Sportgruppen im KJMVD entstanden waren, erschien bereits 1912 eine Sport-Beilage in der KJMVD-Mitgliederzeitschrift. Auf der Generalversammlung des KJMVD in Würzburg wurde 1920 der „Deutsche Jugendkraft - Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen“ gegründet. Obwohl der Generalpräses des KJMVD in Personalunion auch Vorsitzender der DJK und das Jugendhaus Düsseldorf Sitz des Verbandes war, nahm die DJK eine eigene, vom KJMVD unabhängige Entwicklung. Als Sportverband für Jungen unterhielt sie eigene Sportplätze, bot Schulungen für die Aktiven an und führte eigene Sportveranstaltungen durch.

Grabstätte von Adalbert ProbstMit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden die Arbeitsmöglichkeiten wie die aller Verbände und Vereine schnell und deutlich eingeschränkt. Im Sommer 1934 musste die DJK um ihren Reichsführer Adalbert Probst trauern, der im Zusammenhang des sogenannten Röhm-Putsches von Nationalsozialisten ermordet worden war. Nur ein Jahr später, im Juli 1935, wurden den katholischen Verbänden per Erlass des Reichsinnenministers alle sportlichen Aktivitäten untersagt und die DJK verboten. Damit war das Jugendhaus Düsseldorf vier Jahre vor seiner Schließung 1939 nur noch Sitz der Zentrale des KJMVD.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1947 die Wiedergründung der DJK. Nach Errichtung des Neubaus 1954 wurde das Jugendhaus Düsseldorf wieder Sitz der DJK-Zentrale und blieb es bis 2013.

Bundeshaus des Zentralverbandes der Jungfrauenvereinigungen

Nur wenige hundert Meter vom Jugendhaus Düsseldorf entfernt war das Bundeshaus des Zentralverbandes der Jungfrauenvereinigungen. Damit waren die beiden größten deutschen Jugendverbände mit je einer knappen Million Mitgliedern Nachbarn. Zwar galten für den Zentralverband die gesetzlichen Regelungen ebenso wie für alle anderen Jugendverbände, doch waren die Mitglieder nicht in gleichem Maße betroffen wie die des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD). Dies lag daran, dass die Ausrichtung der Verbandsarbeit gemäß des Rollenbildes der Zeit nicht politisch war. Die Mädchen und jungen Frauen wurden vor allem auf ihre Aufgaben als Frau und Mutter vorbereitet, die im Zentrum einer christlichen Familie stand. Zwar verlor der Verband auch die unverheiratete, berufstätige junge Frau nicht aus dem Blick, doch wie sehr der Fokus auf Ehe und Familie lag, zeigt die enge Verbindung zum Mütterverein. Er war nicht nur im gleichen Haus untergebracht, sondern der Generalpräses des Zentralverbandes, Hermann Klens, war auch Präses der Müttervereine.

Gruppe vor dem Bundeshaus des ZentralverbandsDas Bundeshaus des Zentralverbandes wurde wenige Monate nach dem Jugendhaus am 3. Juli 1939 geschlossen. Jugendpastorale Mädchenarbeit war nunmehr nur noch im Rahmen der Pfarrei gemäß den kirchlichen Richtlinien für die Jugendseelsorge möglich.[1] Hermann Klens übernahm gemeinsam mit Ludwig Wolker und Pater Ludwig Esch SJ die Aufgabe, Kurse abzuhalten und die neuen Richtlinien zu erläutern. Der Schwerpunkt lag dabei selbstverständlich auf der Mädchenarbeit.

Anders als andere Jugendverbände wurde der Zentralverband nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder errichtet. Er ging, ebenso wie der KJMVD, mit der Gründung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im März 1947 in diesem neuen Bund auf. Hermann Klens übernahm als früherer Generalpräses des Zentralverbandes das Amt des BDKJ-Bundespräses Frauenjugend. Das Bundeshaus in Düsseldorf war bis zum Bezug des Neubaus des Jugendhauses Düsseldorf 1954 neben Haus Altenberg Sitz des BDKJ und der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz. Heute beherbergt das Gebäude die Zentralstelle der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd).


[1] Richtlinien für die Jugendseelsorge